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  • Seine Hoheit der Aga Khan bei seiner Ansprache auf der Konferenz zum Thema „Fragile Staaten ‚Weiterdenken‘ – Aufbau auf Erfahrungen aus Stabilisierungsmaßnahmen für die Zukunft” in Berlin.
    Thorsten Futh / KfW Bankengruppe
Aga Khan betrachtet Fokussierung auf lokale Gemeinden, Pluralismus und Zivilgesellschaft als wesentliche Komponenten in fragilen Staaten

Berlin, Deutschland, den 15. Januar 2019 – Seine Hoheit der Aga Khan betonte heute drei wesentliche Komponenten für Stabilität und effektive Entwicklung in fragilen Kontexten: eine Fokussierung auf lokale Gemeinden, ein Engagement zum Pluralismus und die Bedeutung einer starken Zivilgesellschaft.

Der Aga Khan sprach auf einer Konferenz zum Thema „Fragile Staaten ‚Weiterdenken‘ – Aufbau auf Erfahrungen aus Stabilisierungsmaßnahmen für die Zukunft“, einer Begegnung zwischen Verantwortlichen des Aga Khan Development Networks (AKDN) und deutschen Entwicklungspartnern.

Aufgrund der Erfahrung des AKDN in Afghanistan und anderen Ländern betonte Seine Hoheit drei wesentliche Komponenten für Stabilität und effektive Entwicklung in fragilen Situationen:

  • Konzentration auf die lokale Ebene. Wenn die jeweiligen Bedingungen in dem betreffenden Land ungünstig sind – wie dies meist in fragilen Situationen oder Konfliktsituationen der Fall ist – können die sinnvollsten Maßnahmen oftmals am schnellsten auf lokaler Ebene umgesetzt werden; dies hilft, schneller Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufzubauen.
  • Ein Engagement zum Pluralismus ist wesentlich. Die Konsultation muss breitangelegt sein, und jeder Einzelne in einer Gemeinde muss sich daran beteiligen können.
  • Die Zivilgesellschaft – vom AKDN als Privatorganisationen bezeichnet, deren Aufgabe darin besteht, öffentlichen Zwecken zu dienen – spielt eine wesentliche Rolle. Solche Institutionen können in einer instabilen Sicherheitslage und einem volatilen politischen Umfeld stabilisierende Faktoren und Akteure der Kontinuität sein.

Der Aga Khan sprach seine Anerkennung für die langjährige Partnerschaft zwischen dem AKDN und der Bundesrepublik Deutschland aus, wobei er ihr gemeinsames Engagement und ihre Errungenschaften in Afghanistan besonders hervorhob und sich auch auf die Charakteristika des AKDN-Ansatzes bezog. Er teilte darüber hinaus Erkenntnisse, die auch in anderen fragilen Kontexten und Krisensituationen anwendbar sein könnten.

Über die letzten 25 Jahre haben Deutschland und das Aga Khan Development Network eine starke Partnerschaft entwickelt, mit gemeinsamen Investitionen in Höhe von annähernd € 600 Millionen in Programme in Asien und Afrika auf den Gebieten der sauberen Energie und Infrastruktur, der Wasserversorgung und sanitären Einrichtungen, der Finanzdienstleistungen und des Tourismus, bis hin zu Initiativen im Bildungs- und Gesundheitswesen und zur Stärkung der Zivilgesellschaft. Über diesen Zeitraum hat das AKDN über die KfW Entwicklungsbank und deren kommerzielle Tochtergesellschaft, die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), besonders eng mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammengearbeitet.

In Afghanistan hat das AKDN dank deutscher Unterstützung die regionale Vernetzung durch grenzüberschreitende Infrastruktur verbessert; darüber hinaus hat es Verbesserungen im Gesundheitswesen durch öffentlich-private Partnerschaften herbeigeführt und das reiche kulturelle Erbe Afghanistans in den Bagh-e-Babur- und Chihilsitoon-Gärten wiederhergestellt.

Der Schwerpunkt der Konferenz „Weiterdenken“ lag auf dem von Deutschland finanzierten „Stabilisierungsprogramm für Nordafghanistan“ (SPNA); im Rahmen dieses Programms wurden durch Konsultationen mit lokalen Gemeinden über € 100 Millionen in rund 430  Projekte investiert; die Projekte resultierten überdies in einer Stärkung des Vertrauens, der Legitimation der Regierung und des Bürgerengagements.

Die Konferenz zum Thema „Stabilisation in Fragile Contexts: Challenges, Lessons and Opportunities“ („Stabilisierung in fragilen Kontexten: Herausforderungen, Erkenntnisse und Chancen“) wurde von der KfW Entwicklungsbank, dem Auswärtigen Amt, Chatham House und dem Aga Khan Development Network veranstaltet. Diese Konferenz war für das AKDN und die KfW eine Gelegenheit, die Ergebnisse aus einer jüngst durchgeführten Bewertung des Stabilisierungsprogramms Nordafghanistan (SPNA) zu präsentieren und von einem breiteren Expertenkreis Erkenntnisse über die Effektivität der Auslandshilfe und der Akteure, die an Stabilisierungsinitiativen in Zentralasien, dem Mittleren Osten und in Afrika arbeiten, zu sammeln. Durch tiefgreifende Diskussionen mit einer Reihe von Experten versuchten die Teilnehmer der Konferenz, die Herausforderungen, Erkenntnisse und bewährten Praktiken, auf denen in vielfältigen Ländersituationen aufgebaut werden kann, gemeinsam zu erörtern.

HINWEIS

Das Aga Khan Development Network (AKDN) setzt sich für die Verbesserung der Lebensqualität für viele Millionen Menschen in 30 Ländern ein. Viele seiner Institutionen sind seit über 50 Jahren in Entwicklungsländern tätig. Heute beschäftigt das Netzwerk über 80.000 Mitarbeiter. Sein Etat für gemeinnützige soziale und kulturelle Aktivitäten beträgt aktuell US-$ 950 Millionen. Der Wirtschaftsentwicklungsfonds des AKDN (Aga Khan Fund for Economic Development) generiert jährliche Einnahmen in Höhe von US-$ 4,3 Milliarden und die gesamten Überschüsse werden in weitere Entwicklungsinitiativen, meist in fragilen Regionen, schwer zugänglichen Regionen oder Post-Konflikt-Regionen reinvestiert. Für weitere Informationen siehe: www.akdn.org/

Kontakt:

Semin Abdulla
Leiter Kommunikation AKDN
E-Mail: Semin.Abdulla@akdn.org